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Abendliche Einnahme der Blutdruckmedikamente wirkungsvoller als morgendliche Einnahme

Bluthochdruck ist ein bedeutsamer Risikofaktor für die Entstehung von Herzkrankheiten. Bei Patienten die bereits unter einer Herzerkrankung leiden, ergibt sich die besondere Notwendigkeit einer guten Blutdruckeinstellung.

In einer aktuellen Untersuchung bei über 2.000 Patienten hatte eine spanische Untersuchung („Mapec-Studie”1) ergeben, dass durch eine Änderung des Einnahmezeitpunktes der Blutdruckmedikation die Blutdruckeinstellung optimiert werden kann. Die abendliche Einnahme der Medikation bei Bluthochdruckpatienten hatte eine bessere Blutdruckeinstellung erbracht als die Tabletteneinnahme am Morgen.

Dies bestätigt die Erfahrung in der Praxis, dass insbesondere bei Patienten die zur Blutdruckeinstellung mehr als eine Medikament benötigen, die abendliche Einnahme zumindest einer der eingesetzten blutdrucksenkenden Medikamente häufig erst zufriedenstellende Ergebnisse ergibt.

Darüber hinaus konnte in der Untersuchung auch nachgewiesen werden, dass durch die abendliche Einnahme der Medikation die Häufigkeit von Komplikationen, die durch den Bluthochdruck hervorgerufen werden, (Herzinfarkt, Schlaganfall) sowie auch die Sterblichkeit gesenkt wurde. Es macht also Sinn, Blutdruckmedikamente eher abends als morgens einzunehmen, wenn nur ein Blutdrucktablette erforderlich ist, bzw. zumindest ein Blutdruckmedikament am Abend einzunehmen, wenn die Blutdruckeinstellung die Einnahme von mehreren verschiedenen Medikamenten erforderlich macht.

Diese Gesichtspunkte sind in den aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften die sich mit der Behandlung des Bluthochdruckes beschäftigen noch nicht enthalten. Ich würde erwarten, dass bei den nächsten Aktualisierungen der Leitlinien die Studienergebnisse der Mapec-Studie Eingang finden werden.

Patienten sollten aber nicht ihre bisherige Blutdruckeinstellung selbstständig ändern, evtl. Änderungen immer mit dem behandelnden Arzt absprechen.

Quellen: 1Ramon C. Hermida et al: Influence of circadian time of hypertension treatment on cardivascular risk: Results of the MAPEC Study Chronobiology International 27(8) 1629-1651 (2010)

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Für die Beurteilung einer guten Blutdruckeinstellung ist die Durchführung einer Blutdruckmessung über 24 Stunden wichtig

Zum Nachweis eines Bluthochdruckes aber auch zur Überprüfung der Blutdruckeinstellung eines Bluthochdruckpatienten gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten der Messungen:

  1. die Messung in der Arztpraxis
  2. die Blutdruckselbstmessung
  3. die 24h Blutdruckmessung

Grundsätzlich kann mit entsprechend häufigen Messungen in der Arztpraxis oder bei Selbstmessungen ein behandlungsbedürftiger Bluthochdruck nachgewiesen werden, bzw. die Qualität der Blutdruckeinstellung abgeschätzt werden. Die nächtlichen Blutdruckwerte entziehen sich aber diesen Messverfahren. Unter Berücksichtigung der Bedeutung der nächtlichen Blutdrucksenkung kommt der Messung mittels eines am Gürtel tragbaren 24h-Messgerätes (hierbei wird am Tag in 15 minütigen Intervallen, nachts in 30 min.) der Blutdruck gemessen und aufgezeichnet. Somit kann nach 24 Std. nicht nur der durchschnittliche Blutdruck am Tag und in der Nacht, sondern auch der nächtl. Blutdruckabfall im Vergleich zum Blutdruck am Tag bestimmt werden. Damit ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der nächtl. Drucksenkung (Öffnet internen Link im aktuellen FensterMapec-Studie) dieses Messverfahren besser zur Beurteilung der Qualität der Blutdruckeinstellung geeignet als die Praxis- oder Selbstmessung.

 

 

 

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Wo finde ich ein geeignetes Gerät zur Blutdruckselbstmessung

Häufig stellt sich für Blutdruckpatienten die Frage, wie soll ich meinen Blutdruck messen?

Es gibt die Möglichkeit der Blutdruckmessung am Handgelenk und am Oberarm. Die Messungen am Handgelenk führen häufiger zu Fehlmessungen, so dass die Messungen mit einer Oberarmmanschette zu bevorzugen sind.

Die deutsche Hochdruckliga (DHL) hat Blutdruckmessgeräte getestet und mit einem Prüfsiegel ausgezeichnet. Die Liste der getesteten Geräte finden Sie auf der Homepage der Deutschen Hochdruckliga

Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.hochdruckliga.de

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Bluthochdruck senken durch einen speziellen Schrittmacher

Bisher gibt es zur Behandlung des Bluthochdruckes verschiedene Verfahren (Gewichtsreduktion, Ausdauersport, Verminderung der Salzaufnahme, Einstellung des Rauchens, Einschränkung des Alkoholkonsums).

Alle diese Maßnahmen können den Bluthochdruck günstig beeinflussen, reichen aber oft nicht aus, den Blutdruck auf die erforderlichen Normalwerte zu senken. Somit wird zusätzlich eine Behandlung mit Medikamenten erforderlich.

Jetzt ist ein neues Therapieverfahren in der Erprobung, um eine Blutdrucksenkung zu erreichen. Mit einer Art Schrittmacher wird derzeit versucht, bei Patienten mit schwerer Hypertonie den Blutdruck zu senken.

Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.aerztezeitung.de

Durch elektrische Stimulation von Rezeptoren, die in der Halsschlagader liegen, wird dem Körper ein viel zu hoher Blutdruck vorgegaukelt. Daraufhin wird vom Körper eine Gegenregulation in Gang gesetzt, die dann zu einer Senkung des Blutdruckes führt. Erste Untersuchungen bei einigen wenigen Patienten sind erfolgreich verlaufen. Jetzt soll durch eine internationale Untersuchung getestet werden, ob Patienten von diesem Verfahren auch auf Dauer profitieren.

Bis nachgewiesen ist, ob diese Möglichkeit der Blutdruckbehandlung auch in der Praxis eingesetzt werden kann, müssen wir mit den bisherigen nachgewiesenermaßen wirksamen Methoden zur Blutdruckbehandlung auskommen.

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